Was kostet KI-Automatisierung für ein KMU?

Was kostet KI-Automatisierung für ein KMU?

Was KI-Automatisierung für ein KMU kostet, ist ohne eine zweite Zahl nicht zu beantworten: was der Ablauf heute kostet, den sie ablösen soll. Einen Listenpreis gibt es nicht, weil der Aufwand am Prozess hängt und nicht am Werkzeug. Ein Betrieb, der seine wiederkehrende Handarbeit sauber beschrieben hat, zahlt für dieselbe Automatisierung weniger als einer, bei dem die Zerlegung noch aussteht.

Warum es keinen Listenpreis gibt

Die Frage kommt fast immer im ersten Gespräch, und sie ist berechtigt. Wer investiert, will eine Grössenordnung, bevor er weiterredet.

Der Begriff KI-Automatisierung bezeichnet aber keinen Gegenstand mit Preisschild, er bezeichnet einen Umbau an einem bestimmten Ablauf in einem bestimmten Betrieb. Die Schweizer Wirtschaft besteht dabei fast vollständig aus kleinen Einheiten: von 624'219 KMU sind 561'952 Mikrounternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten, so das Bundesamt für Statistik. Zwischen einer Treuhandfirma mit vier Personen und einem Industriebetrieb mit achtzig liegt beim gleichen Stichwort ein Abstand, den kein Preisschild abbildet.

Der Preis entsteht darum an drei Stellen: an der Zerlegung des Prozesses, am Bau und am Betrieb danach. Wie diese Zerlegung aussieht, habe ich in Prozessautomatisierung im KMU beschrieben.

Die Zahl, die vor dem Preis kommt

Bevor eine Offerte etwas bedeutet, braucht sie eine Gegenzahl.

In einem laufenden Mandat bei einem Industriebetrieb in der Ostschweiz rechne ich mit 240 Stunden im Jahr für eine einzige Aufgabe: Daten aus Plänen, von Hand abgetragen. Diese 240 Stunden sind keine Schätzung aus der Branche, sie stammen aus dem Betrieb selbst.

Gegen diese Zahl wird ein Angebot lesbar. Die Amortisation liegt in diesem Fall bei drei bis vier Monaten. Das ist kein Versprechen für Ihren Betrieb, es zeigt nur, wie die Frage überhaupt beantwortbar wird.

240

Stunden pro Jahr

Eine einzige Aufgabe in einem laufenden Mandat: Daten aus Plänen, von Hand abgetragen.

Diagnose-Zahl aus dem Betrieb selbst, nicht aus einer Branchenstatistik.

Drei Grössen, die den Preis bewegen

Wer eine Grössenordnung will, schaut auf den Zustand des Prozesses, nicht auf das Modell.

GrösseWas sie im Preis bewegt
Zustand des AblaufsEin sauber beschriebener Ablauf spart die halbe Vorarbeit. Was nur in Köpfen existiert, muss zuerst zerlegt werden.
Anzahl SchnittstellenJedes System, das mitspielen muss, kostet Anbindung und Test.
Betrieb nach dem BauEine Automatisierung ohne Betreuung verfällt, und der Ablauf fällt in die Handarbeit zurück.

Das Modell taucht in dieser Aufstellung nicht auf, und das ist der Punkt. Der Engpass sitzt fast nie beim Modell, sondern bei der sauberen Zerlegung davor. Welcher Ablauf sich zuerst lohnt, steht in welcher Prozess zuerst automatisiert wird.

Was Sie vor dem ersten Gespräch selbst ausrechnen können

Eine Grössenordnung entsteht schon vor der Offerte, mit Zahlen aus dem eigenen Betrieb.

Die Frage nach dem Preis ist die zweite Frage. Die erste lautet, welcher Ablauf im Jahr genug Stunden frisst, dass sich das Rechnen überhaupt lohnt. Wer sie beantwortet hat, führt das Gespräch danach von der anderen Seite des Tisches.

Nehmen Sie eine wiederkehrende Aufgabe, zum Beispiel die Antwort auf Kundenanfragen per Mail: fünf bis zehn Minuten pro Mail, fünf bis zehn Mails am Tag. Rechnen Sie das auf ein Jahr hoch. Diese Zahl ist Ihre Verhandlungsbasis, und sie gehört Ihnen, nicht dem Anbieter.

Für Ostschweizer Betriebe lohnt daneben ein Blick auf die kantonalen Anlaufstellen unter Wirtschaft und Arbeit des Kantons St. Gallen. Wie ich selbst arbeite und woher die Zahlen oben stammen, steht unter Über mich.

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